Universitätsmedizin Göttingen: Tarifeinigung erzielt!
Umfangreiche Zugeständnisse für die Beschäftigten durchgesetzt

In der letzten der vereinbarten vier Gesprächsrunden zwischen dbb tarifunion und den Vertretern Ihrer Fachgewerkschaft Gesundheitsgewerkschaft Niedersachsen (GeNi) mit dem Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), haben wir am gestrigen Tage eine Tarifeinigung erzielt. Die Einigung ist geeignet, die berechtigten Interessen der Beschäftigten mit den wirtschaftlichen Zwängen bei der UMG in Einklang zu bringen.
 
Ausschließliche Anwendung des § 15 Abs. 3 ATV
dbb tarifunion und GeNi konnten sich mit der Forderung nach einem gerechten und solidarischen Beitrag aller Beschäftigten durchsetzen. Das bedeutet, dass gemäß § 15 Abs. 3 ATV die Leistungen der betrieblichen Altersvorsorge für die Dauer der Laufzeit von drei Jahren auf eine Höhe von 2 Prozent reduziert werden. Am 31.03.2013 endet die Absenkung. Sie verlängert sich nicht automatisch. Eine einseitige Belastung der unteren Entgeltgruppen über eine Anwendung des § 15 Abs. 3 TV-L findet nicht statt!
 
Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 2022!
dbb tarifunion und GeNi waren erst zu diesem erheblichen Beitrag der Beschäftigten zur Sanierung der UMG bereit, nachdem die Arbeitgeberseite umfassenden Schutzmaßnahmen für die bei der UMG Beschäftigten zugesagt hatte. Das sind im Einzelnen:

Für diejenigen Beschäftigten, deren Altersvorsorge bis zum 31.03.2013 ab-gesenkt wurde, wirkt der Ausschluss der betriebsbedingten Kündigungen bis zum 31.03.2022 nach!
 
Rückführung der Gastronomie GmbH Beschäftigten
Ebenso konnte eine weitere Forderung von dbb tarifunion und GeNi durch-gesetzt werden. Diejenigen Beschäftigten der UMG, deren Arbeitsverhältnis zum 1. Januar 2009 durch Betriebsübergang auf die Gastronomie GmbH übertragen worden sind, kehren frühestmöglich bei voller Besitzstandswahrung in ein Beschäftigungsverhältnis zur UMG zurück. Das bedeutet, dass diese Beschäftigten so behandelt werden, als wären sie ununterbrochen bei der UMG beschäftigt gewesen.
 
Alle Gewerkschaften müssen unterzeichnen
Der Abschluss sieht vor, dass diese Regelungen erst dann in Kraft treten, wenn alle im Hause vertretenen Gewerkschaften eine Einigung über eine Absenkung nach § 15 Abs. 3 ATV erzielen. Der Vorstand hat zugesagt, dass noch ausstehende Gespräche zeitnah durchgeführt werden sollen.
 
GeNi und Personalrat beraten
Die Kolleginnen und Kollegen von der GeNi und die Vorsitzende des Perso-nalrats stehen allen Beschäftigten beratend zur Seite. Das gilt insbesondere für die Frage, wie sich die vereinbarte Absenkung im Einzelfall auswirkt und welche Handlungsoptionen in diesem Zusammenhang bestehen.

Mitgliederinfo der dbb tarifunion (PDF 253,2 KB)